Langsam ist es besser geworden

Vertriebene erzählen vom Wegmüssen, Ankommen und Dableiben Die Wanderausstellung stellt die Lebensgeschichte von dreißig Zeitzeugen in den Mittelpunkt

 

Im Mai 1945 wurden sie als „Deutsche“ aus der Tschechoslowakei vertrieben. Genese und Ablauf der Vertreibungen sind in den vergangenen Jahren intensiv beforscht worden, ermöglicht durch neue Zugänge zur Geschichte und den nunmehr offenen tschechischen Archiven.

Aber nur wenig weiß man von den Tagen, Monaten und Jahren danach. Vom Ankommen in Niederösterreich, vom Bitten und Betteln um ein Dach über dem Kopf, um Essen, um Kleidung. Vom Hoffen auf ein Zurück, von Angst und Bangen, wie es weitergeht. Von der erzwungenen Abreise von Verwandten und Bekannten weiter nach Deutschland. Von den Reaktionen der Menschen in Österreich, von Ablehnung und Hilfe, vom Leben in den Baracken und den Ausnehmerstübchen auf den Bauernhöfen des Wald- und Weinviertels. Von den nächtlichen Gängen über die Grenze,  um  herüber zu bringen, was zum (Über-)Leben notwendig war, vom langsamen Einfinden in das Unabänderliche, vom Sterben der Großeltern fernab von Zuhause, von der Mühe der Eltern, in der neuen Lebenssituation Fuß zu fassen. Vom Verschweigen  und demonstrativem Bekennen der Herkunft.

Vertriebene erzählen. Sie waren damals Kinder, aufgewachsen inmitten von Krieg und Vertreibung. Mit der Ausstellung „Langsam ist es besser geworden“ des Niederösterreichischen Landesarchivs wird ihnen eine Stimme gegeben.  30 Zeitzeugen und Zeitzeuginnen, die aus allen Teilen Böhmens und Mährens nach Niederösterreich gekommen sind, erzählen. Von ihrer Kindheit „drüben“, ihrem  Leben „herüben“, ihren familiären und beruflichen Erfolgen. Über ihre Erinnerungen, ihren Schmerz und ihrer Sehnsucht, aber auch über ihren Umgang mit den Orten und Plätzen ihrer Kindheit und Jugend heute, den Besuchen in der alten Heimat, den Kontakt mit den Bewohnern von jetzt. Vertriebene erzählen: Vom Wegmüssen, vom Ankommen und vom Dableiben.

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Fotografischer Rundgang

 

Aktueller Ausstellungsort:

Rathaus Iglau, Masaryk-Platz 1, Foyer
Eröffnung: 16. Juni, 18,00 Uhr
Ausstellungsdauer: 17. bis 31. Juli 2017
Während der Öffnungszeiten des Rathauses Iglau.
Iglau Rathaus (Masarykplatz 1)

 

Termine
Fest der Begegnung 08.09.2017 - 09.09.2017 — Cinema Paradiso / Rathausplatz St. Pölten
Buchpräsentation 08.09.2017 19:00 - 20:30 — Hürm
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